Zweitklassige Barrierefreiheit in den Stadien

Rollstuhlfahrer im Abseits: Die Kuriositäten der Barrierefreiheit in Bundesliga-Stadien

Es ist eine Geschichte, die so absurd ist, dass sie fast schon zum Lachen ist – wenn sie nicht so traurig wäre. Während Fußballfans in den Stadien der zweiten Bundesliga die Spiele verfolgen, sind Rollstuhlfahrer buchstäblich im Abseits – und das nicht nur auf dem Spielfeld.

Laut der Muster-Versammlungsstättenverordnung sollen Stadien 0,5% ihrer Gesamtkapazität für Rollstuhlfahrer reservieren. Klingt nach einer fairen Regelung, oder? Nun ja, wenn man einen Blick auf die Realität wirft, sieht die Sache etwas anders aus.

Willkommen in der Welt der verlorenen Rollstuhlplätze, wo die mathematischen Fähigkeiten der Stadionbetreiber anscheinend genauso verloren gehen wie unsere Sitzplätze. Nehmen wir zum Beispiel das Schalke Stadion, das stolze 0,157% seiner Plätze für Rollstuhlfahrer reserviert. Herzlichen Dank, aber ich glaube, ich bleibe lieber zu Hause und schaue mir das Spiel auf meinem Sofa an.

Und dann haben wir das Wiesbaden Stadion, das großzügige 0,105% der Plätze für Rollstuhlfahrer abzweigt. Na, vielen Dank für die Einladung, aber ich glaube, ich bleibe lieber draußen und lasse den Rasen allein genießen.

Aber Moment mal, es wird noch besser! Schauen wir uns das St. Pauli Stadion an, das mit seinen 0,125% der Plätze versucht, uns zu locken. Nun, ich muss zugeben, ich liebe eine gute Show, aber auf die Hoffnung, einen Platz zu ergattern? Nein danke, ich bleibe bei meiner eigenen Show zu Hause.

Und während die Fußballfans über die spannenden Spiele diskutieren, sitzen wir Rollstuhlfahrer hier und warten auf unseren Platz im Stadion – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in dieser skurrilen Welt der Barrierefreiheit sind wir Rollstuhlfahrer die wahren Helden im Abseits.