Das Johann Wewer Projekt

Wer ist Johann Wewer?

Bild aus Familienbesitz der Nachfahren zeigt Johann Wewer (ca. 1935).

Leipzig/Bremen – 30. April 2022 (RA)

Das gemeinnützige, inklusive „Johann Wewer Projekt“ dient der Erinnerungskultur für die Opfer der NS-Medizinverbrechen und ist sowohl dem gottgläubigen Seemann Johann Wewer (hochdeutsch Johannes Weber), * 23. Oktober 1877 in Westrhauderfehn, Ostfriesland gewidmet als auch nach ihm benannt.

Der dreifache Vater und Ehegatte einer späterblindeten Ehefrau wurde im Oktober 1941 von seiner Arbeitsstätte bei „USE AKSCHEN“ auf der Deschimag – Werft „AG Weser“ in Bremen-Gröpelingen abgeholt und an einem, der Familie unbekannten Ort gebracht. Er solle ein Gewaltopfer der Nationalsozialisten gewesen sein wurde von seinem ältesten Sohn und seiner Schwiegertochter mit denen er und vier Enkelkindern in der Rostocker Str. 75 unweit der Werft zusammen lebte, nachfolgenden Generationen übermittelt.

Mehr lesen: www.johann-wewer.de

Fazit und Aufgabenstellung

Wir stehen heute mittendrin in einer Vielfalt von sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen, die einer kritischen Reflexion bedürfen, Fragen der Ethik im Umgang mit Leid und Sterben, Nicht-Gebraucht-Werden als alterspflegebedürftige Person, als langzeitarbeitsloser oder chronisch kranker Mensch. Genau auf diese Fragen wollen wir gemeinsam Antworten entwickeln mit dem „Johann Wewer Projekt“ für den bundesweiten Theater-Wettbewerb zu Biographien der Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen.

Theatergruppe: nicht Sozialarbeit sondern Erinnerungskultur

Für den bundesweiten Theater-Wettbewerb „andersartig gedenken – on stage“ zu Biographien der Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen suchen wir Interessierte. Das „Johann Wewer Projekt“ ist ein niederschwelliges Angebot für Menschen mit und ohne Behinderung im Alter von 10 bis 99 Jahren. Mitmachen können alle, die Interesse an inklusivem Theater mitbringen. Weitere Informationen dazu gibt es beim Projektleiter Rolf Allerdissen unter studio(at)johann-wewer.de 

Das „Johann Wewer Projekt“ erfüllt die im Artikel 30 der UN-BRK geforderte Teilhabe am kulturellen Leben. Zudem setzt das Projekt eine umfangreiche Barrierefreiheit um (vgl. Artikel 9 der UN-BRK) und fördert die Bewusstseinsbildung der Gesellschaft. (vgl. Artikel 8 der UN-BRK).