Bundesliga: Barrierefreiheit auf Kreisliga-Niveau

„Na, habt ihr schon mal versucht, als Rollstuhlfahrer ein Fußballspiel live im Stadion zu erleben? Wenn ja, dann wisst ihr sicherlich, dass es einfacher ist, eine Nadel im Heuhaufen zu finden! Ich meine, da muss man ja fast schon einen Weltrekord im Hindernisparcours aufstellen, um zu seinem Platz zu gelangen!

Wisst ihr, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Jürgen Dusel, hat sich darüber beschwert, dass der deutsche Fußball in Sachen Barrierefreiheit nur Kreisliga-Niveau hat. Kreisliga! Das ist ungefähr so, als würde man Cristiano Ronaldo und Lionel Messi beim Kicken im örtlichen Park zuschauen!

Aber mal im Ernst, Leute, wenn sogar die Muster-Versammlungsstättenverordnung sagt, dass Stadien mit mehr 5.000 Plätzen mindestens 0,5% Rollstuhlplätze haben müssen, und wir dann feststellen, dass die meisten Stadien nicht mal annähernd in die Nähe dieser Zahl kommen, dann weiß man doch, dass hier irgendwas ganz schön schief läuft.

Und wisst ihr, was das Beste ist? Die Baubehörden machen für die Stadionbetreiber gerne Ausnahmen! Ja, richtig gehört! Da denkt man, man wäre in einem Fußballstadion, aber in Wirklichkeit sind wir im Land der Ausnahmen! Es ist wie ein schlechter Witz, aber leider ohne Pointe.

Aber hey, immerhin sind wir Weltmeister darin, Ausreden zu finden! Die DFL sagt: „Rollstuhlplätze bringen kein Geld.“ Ja, klar, weil jeder Rollstuhlfahrer ja auch dafür bekannt ist, dass er seine Geldscheine nur auf den Rollstuhlplätzen verbrennt, anstatt sie für Tickets auszugeben. Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Verantwortlichen im Fußball überhaupt wissen, wie absurd ihre Ausreden klingen.

Und dann kommt die UEFA daher und sagt: „Für die EURO 2024 müssen mehr Rollstuhlplätze her!“ Aber halt, nicht zu schnell! Nach dem Turnier werden die meisten wieder rückgebaut. Das ist ja fast so, als würde man eine Rampe bauen und sie dann nach einer Woche wieder abbauen, weil man sagt: „Naja, jetzt haben wir genug Rollstuhlfahrer gesehen.“

Aber wisst ihr, was das Schlimmste daran ist? Inklusion wird oft nur als modisches Accessoire betrachtet. „Oh, schaut her, wir haben Kinder mit Behinderungen beim Einlaufen dabei! Wir sind so inklusiv!“ Ja, schön und gut, aber was ist mit den strukturellen Veränderungen? Was ist mit den Rollstuhlplätzen, die fehlen?

Ich meine, es geht nicht darum, ob es finanziell lohnt oder nicht. Es geht um Menschenrechte! Es geht darum, dass jeder das Recht hat, am Fußballerlebnis teilzuhaben, egal ob man im Rollstuhl sitzt oder nicht. Und wenn das nicht passiert, dann ist das nicht nur unprofessionell, sondern es ist schlichtweg unfair und diskriminierend.

Also Leute, lasst uns zusammen dafür kämpfen, dass der deutsche Fußball endlich aus der Kreisliga der Barrierefreiheit aufsteigt und in die Champions League des Respekts und der Inklusion einzieht! Denn jeder verdient es, beim Fußball mitzufiebern, ohne dabei über Barrieren zu stolpern!“